© Andreas Preu,pixelio.de
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Blackberry-Boykott bei den Saudis

Ernst gemeint?




31.08.2010

Erst vor wenigen Tagen "erschütterte" die Nachricht eines geplanten Boykotts der BlackBerry-Netze in Saudi-Arabien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten die immer zahlreicher werdende Gemeinde der BlackBerry-User. Aber Spaß beiseite, diese Geschichte hat einen durchaus ernsten Hintergrund und zwar für alle Beteiligten.



Kann ein Smartphone ZU abhörsicher sein? Offensichtlich ja...


Da zum Beispiel Saudi-Arabien trotz all seiner Wirtschaftskraft und der Partnerschaft mit den USA im Grundsatz immer noch ein sehr autoritäres Regime ist, sorgte die vielgepriesen Abhörsicherheit der BlackBerrys und ihres Netzwerkes für ein sehr mulmiges Gefühl, vor allem bei den Sicherheitsbehörden des Landes. Diese sehen sich im Augenblick einer diffusen, aber auch sehr realen Terrorbedrohung gegenüber und befürchteten wohl, dass Terroristen zur Nachrichtenübermittlung und zur Koordination von Anschlägen auf das BlackBerry-Netz umgestiegen waren. Die Folge der Ankündigung der VAE die BlackBerry-Dienste von Mitte Oktober an komplett zu verbieten schlug dann beinahe genau so hohe Wellen und sorgte für hektische Betriebsamkeit auf der Seite des kanadischen Kommunikationskonzernes Research In Motion (RIM).

Konzern-Abgesandte, sowohl Techniker als auch PR-Leute, machten sich umgehend auf den Weg auf die arabische Halbinsel, um zumindest Schadensbegrenzung zu betreiben. Auch in der Republik Indien, trotz ihrer zutiefst demokratischen Regierung, hat die postulierte Abhörsicherheit der BlackBerry-Dienste das kanadische Unternehmen mittlerweile in Schwierigkeiten gebracht und es liegt wohl auf der Hand, dass RIM hier um Zugeständnisse in puncto Datensicherheit nicht herum kommt. Es bleibt abzuwarten, wie die Research in Motion-Kunden auf diese unerfreulichen Entwicklungen reagieren werden...

Vorerst ein Happy End - RIM installiert in Saudi-Arabien eigene Server für BlackBerry


Die Lösung für das aktuelle Dilemma war, zumindest im Königreich Saudi-Arabien, für RIM so denkbar einfach wie unerfreulich. Folgender Kompromiss wurde erarbeitet: RIM bleibt mit seinen BlackBerry-Diensten im Königreich weiter präsent, allerdings muss die gesamte dafür genutzte Server-Infrastruktur auch zeitnah in Suadi-Arabien selbst vorhanden sein. Die Sicherheitsexperten und die Terrorabwehr der saudischen Regierung hofft so die Risiken einer terroristischen Kommunikation über das BlackBerry-Netz zu minimieren, schließlich hat das Regime auf diese Weise bei jedem Verdachtsfall eine unmittelbare Zugriffsmöglichkeit auf die gespeicherten Daten. Es bleibt nur zu hoffen, dass diese Neuregelung nicht als Deckmantel für die oder andere Wirtschaftsspionage-Maßnahme dient. Die involvierten RIM-Experten äußerten sich in jedem Fall positiv und zufrieden über die schnelle Lösung, die sich wohl auch technisch in kurzer Zeit durchführen lässt. Geschäftsreisende, die mit ihrem BlackBerry des öfteren auf der arabischen Halbinsel unterwegs sind, sollten sich aber sicherheitshalber mit aktuellen Informationen versorgen, um über eventuell auftretende Verbindungsprobleme im Bilde zu sein!






© Text: PS.de / JP | © Fotos, sofern nicht anders gekennzeichnet: PS.de

Schlagwörter: BlackBerry Telekommunikation Saudi-Arabien Handy




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