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Bye Bye Südafrika

Ein Fazit der ersten WM auf dem afrikanischen Kontinent




12.08.2010

Mittlerweile dürften auch in Spanien die Bier- und Weinvorräte wieder aufgefüllt sein, schließlich ist die WM in Südafrika bereits seit geraumer Zeit Geschichte. Die Feiergesänge über den ersten spanischen WM-Titel sind stummer Glückseligkeit gewichen, wenngleich der Liga-Alltag der spanischen Primera Division seinen Schatten bereits vorauswirft. Dass Spanien in Südafrika mit einer Niederlage gegen die Schweiz startete, interessiert heute schon niemand mehr, außer ein paar Statistiker, die wissen, dass Spanien das erste Team ist, das sich nach einer Auftaktniederlage noch den WM-Titel sichern konnte.



 © 2010 FIFA World Cup Organising Committee South Africa
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Spanien hatte Grund zum jubeln

Vuvuzela-Lärm und Jubulani-Slapstick


Und überhaupt haben sich die Spanier nicht besonders glanzvoll durch das Turnier gespielt. Mit insgesamt nur acht erzielten Treffern sind die Iberer gar der torärmste Weltmeister aller Zeiten. Doch dass Spanien sich heute rühmen darf, auch tatsächlich über die weltbeste Fußballnationalmannschaft zu verfügen, bestreitet aufgrund der taktischen Überlegenheit des Teams von Vicente del Bosque wohl niemand. Dennoch spielten sich in Südafrika ganz andere Dinge in den Vordergrund.

Denn so eine Vuvuzela hat es ja auch nicht schwer, auf sich aufmerksam zu machen. Dass jene,Tröten die Zuschauer am TV zur Verzweiflung brachten, da von gewohnter Stadion-Atmosphäre,aber auch gar nichts mehr zu vernehmen war, gehört ohne Frage zu den unvergessenen Ärgernissen,der vergangenen WM. Da lobt sich der geneigte Fußball-Fan doch die ersten Vorbereitungsspiele,der Bundesligisten, bei denen die zwischenzeitliche Stille eine echte Wohltat ist.

Ärgerlich waren auch so manche Schiedsrichterentscheidungen, die zuweilen gar kuriose Züge,trugen. Auf ewig wird man wohl das nicht gegebene 2:2 der Engländer im Achtelfinale gegen das,DFB-Team in Erinnerung behalten, als Frank Lampards Lattenkracher klar die Linie überschritt,,bevor Manuel Neuer den Ball sichern konnte. Doch ebenso machten die Torhüter von sich reden,,die zuweilen nicht den Eindruck machten, als hätten sie jemals zuvor zwischen den Pfosten gestanden. Zwar hatte der oft gescholtene WM-Ball "Jabulani" seinen Anteil an den Torwart- Patzern, doch immerhin trugen Fehler wie der von Robert Greene im Spiel seiner Engländer gegen die USA unzweifelhaft zum Unterhaltungswert der WM bei.

 ©  Sea Life Centre Oberhausen
©  Sea Life Centre Oberhausen
Das Fußball-Orakel aus Oberhausen

Ein Oktopus und Joseph Blatter wussten Bescheid


Aus deutscher Sicht bleiben vor allem die Partien gegen Australien, England und Argentinien in Erinnerung, in denen die DFB-Elf mit spielerischem Vermögen weltweit für Aufsehen sorgte, das man einem Team aus dem stets etwas hüftsteifen Deutschland bei weitem nicht zugetraut hätte. Und dass dann Kraken-Orakel Paul über Nacht zum gefeierten Medienstar avancierte und heute gar Ehrenbürger einer spanischen Gemeinde ist, kann den Eindruck einer gelungenen deutschen WM 2010 nur verstärken.

Gastgeber Südafrika überzeugte hingegen in fußballerischer Hinsicht nicht in letzter Konsequenz, kann sich allerdings damit rühmen, eine der größten Sportveranstaltungen der Welt ohne nennenswerte Zwischenfälle ausgerichtet zu haben. Denn alle Sicherheitsbedenken und Zweifel an der Infrastruktur der Spielorte konnten durchaus überraschend überzeugend ausgeräumt werden, was aus heutiger Sicht als Triumph für Fifa-Präsident Joseph Blatter gewertet werden muss, der sich bereits vor Jahren persönlich für Südafrika als geeignetes WM-Austragungsland verbürgt hatte. Letztendlich war die erste WM auf dem afrikanischen Kontinent ein voller Erfolg. Und auch wenn nicht jedes Spiel ein Highlight war und auch der Weltmeister sich nicht unbedingt mit spielerischem Glanz bekleckert hat, wird man sich gerne an die WM 2010 zurückerinnern.






© Text: PS.de / TA | © Fotos, sofern nicht anders gekennzeichnet: PS.de

Schlagwörter: Fussball Weltmeisterschaft Südafrika Spanien




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