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Die Fussball-Bundestrainer

Mal erfolgreich, mal überfordert




31.07.2010

Die WM ist kaum vorbei, da fieberte Fußball-Deutschland kurzeitig auch schon der nächsten Entscheidung entgegen: Bleibt der Jogi oder bleibt er nicht? Eigentlich bestand nach einer durchaus erfolgreichen WM kein Zweifel daran, doch nach den im Vorfeld der WM gescheiterten Vertragsverlängerung mit dem DFB schien alles möglich. Ok, nun wissen wir es besser. Joachim Löw bleibt - ansonsten wäre die Suche nach dem 10ten Bundestrainer - sicherlich nicht ohne Wortmeldungen von Mister Peinlich Matthäus - so richtig losgegangen.



Altersheim und Böörti-Fluch


Von den acht Alt-Bundestrainern hat dabei neben den Weltmeistern Sepp Herberger, Helmut Schön und Franz Beckenbauer vor allem Erich Ribbeck überzeugt. Letzterer aber nicht durch Leistung. Denn die Jahre 1998 bis 2000 gehörten zweifellos zu den in sportlicher Hinsicht dunkelsten Kapiteln der DFB-Elf. Amüsant war diese Zeit allerdings alle Male. Insbesondere die EM 2000 in Holland und Belgien. Da spielte Deutschland nämlich unterirdisch, schied in der Gruppenphase als Gruppenletzter aus und schoss genau ein Tor durch Mehmet Scholl. Und Ribbeck machte dabei stets den Eindruck eines Entlaufenen aus einem Seniorenheim. Aber Lothar Matthäus war mit seinen 40 Jahren schließlich auch dabei. Immerhin gab es also so etwas wie ein Konzept.

Ribbecks direkter Vorgänger hieß bekanntlich Berti "Böörti" Vogts. Dass der Bundes-Berti bei der WM 1998 in Frankreich ebenfalls keine so berauschende Figur abgab, lag hauptsächlich an den Kroaten. Die nämlich siegten im Viertelfinale gegen Deutschland mit 3:0. Damit war der Berti dann seinen Job los. Doch nach dem EM-Sieg von 1996 fanden das die meisten gar nicht so schlimm. Allerdings ging mit dem Berti-Rauswurf eine Ära zu Ende. Denn während die ersten fünf Bundestrainer allesamt zumindest einen Titel gewinnen konnten, wartet Deutschland seit eben jenem Triumph von 1996 auf den nächsten Pokal. Ribbeck, Völler und Klinsmann blieb nämlich der große Wurf verwehrt. Und hört der Jogi auf, dann ist er Versager Nummer vier.

Schöne Pokale und Klinsmanns Garderobe


Da erinnert man sich doch lieber an die gute alte Zeit mit Helmut Schön. Denn unter Schön hat die DFB-Elf mit 139 Partien nicht nur die meisten Spiele bestritten, sondern wohl auch die schönsten. Denn rund um Beckenbauer und Co. war Deutschland in den 1970er Jahren die bestimmende Nationalmannschaft im Weltfußball. So ist es kein Wunder, dass Schön mit dem EM-Sieg 1972, dem WM-Sieg 1974 und zwei weiteren Vize-Titeln der erfolgreichste aller bisherigen Bundestrainer ist.

Schöns direkter Nachfolger hieß wie jeder weiß Jürgen Klinsmann. Zumindest in Sachen Heim-WM. Und dabei stellt es wohl ein kleines Kuriosum dar, dass Deutschland 2006 beim Turnier im eigenen Lande ausgerechnet von einem Trainer-Neuling betreut wurde. Und aus heutiger Sicht betrachtet, war Klinsmanns dritter Platz samt Sommermärchen vielleicht auch nur ein großer Schwindel. Denn schon damals zog eigentlich Jogi Löw die taktischen Fäden, während sich Klinsmann den Begriff ?Capitano? ausdachte und blaue Hemden trug.

Demnach ist der Jogi zweimal dritter geworden und einmal zweiter. Das ist für den Anfang doch gar nicht so schlecht. Aber sollte er sich dazu entscheiden, Deutschland auch für die EM 2014 in der Ukraine und Polen zu übernehmen, ist eines klar: Sollte Löw auch im Osten keinen Pokal gewinnen, dann gibt es in knapp zwei Jahren Bundestrainer Nummer zehn.






© Text: PS.de / TA | © Fotos, sofern nicht anders gekennzeichnet: PS.de

Schlagwörter: Fussball Jogi Löw Nationalmannschaft Weltmeisterschaft




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