© 2010 FIFA World Cup Organising Committee South Africa
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Ein gar nicht klassischer Klassiker

Letzter Akt in Südafrika: das europäische Endspiel Spanien vs. Holland




10.07.2010

Die Setzliste bei Tennisturnieren etwa wird fast immer so angelegt, dass sich die Nummer eins und die Nummer zwei der Weltrangliste erst im Finale begegnen können. Höhepunkt und Abschluss mit möglichst viel Aufregung, ein strahlender Sieger und ein abgekämpfter, aber ehrlicher Verlierer, das ist der Aufbau des klassischen griechischen Dramas. Bei einer Fußball-WM ist es nicht so, dass grundsätzlich die beiden Ersten der Rangliste aufeinander treffen können (obwohl es diesmal möglich war, hätte Brasilien sich durchgesetzt), dafür sorgt die Auslosung ja schon.



Doch auch so hat es bis vor dem Finale schon einige Klassiker gegeben. Im Achtelfinale traf Spanien (Position 2) auf Portugal (3), Deutschland (6) auf England (8); im Viertelfinale besiegten die Niederlande (4) Brasilien (1) sowie die Deutschen die Argentinier (7). Und im Endspiel werden nun der Zweite und der Vierte aufeinandertreffen. Kein Spiel, das man einen Klassiker nennen müsste, allzu oft standen sich die beiden noch nicht gegenüber. Von den letzten vier Begegnungen haben die Holländer jedoch drei gewonnen, eine im Jahr 1983, eine 2000 und eine 2002. Im November 1983 gab es im Rückspiel der EM-Qualifikation die letzte Niederlage.

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Einer küsst am Sonntag den Pokal: Die Niederlande...

Durchgetrennte Viererketten


Doch dieses WM-Finale, das uns da in Johannesburg im Soccer City-Stadion erwartet, besitzt dennoch seinen ganz großen Reiz. Denn es treffen die beiden derzeit wohl weltbesten Teams aufeinander, die es auf Nationenebene gibt, offensiv in der Grundausrichtung, defensiv sehr geordnet und zudem in ihrer Orientierung auf das Ergebnis höchst erfolgreich. Immer wieder schaffen es beide Mannschaften, vor allem aber die Spanier, mit spektakulären Passfolgen die gegnerischen Abwehrreihen an deren Schnittstellen zu treffen, wenn etwa Xavi, Busquets oder Iniesta die Pässe spielen, die wie Messer die Viererketten durchtrennen. Die Holländer hingegen setzen nicht nur auf Kombinationen. Sie suchen oft in Einzelaktionen ihr Heil, Sneijder, Robben und Kuyt dribbeln gern, um dann selbst den Abschluss zu suchen. Das hat bei Sneijder und Robben bisher schon funktioniert, Kuyt ist zwar noch ohne Tor, doch sind seine Flanken und Vorlagen oft millimetergenau serviert.

Doch um der Wahrheit Genüge zu tun, muss an dieser Stelle ebenso erwähnt werden, dass Spanien sich nicht immer so durch das Turnier gespielt hat wie durch das Halbfinale gegen Deutschland. Zwar war das Team in jedem Spiel haushoch überlegen, was den Ballbesitz angeht, doch besteht eine Mannschaft bekanntlich immer aus elf Spielern - und in den ersten fünf Spielen waren die Spanier eigentlich nur zu zehnt auf dem Platz, da Fernando Torres immer recht schwach spielte. Die Statik einer Mannschaft gerät dadurch oft mehr ins Wanken als durch etwa einen Platzverweis, wenn man als Referenz das deutsche Vorrundenspiel gegen Serbien heranzieht, dass Löws Truppe trotz Unterzahl beherrschte und gefühlte 20 Mal näher am 1:1 war als die Serben am 2:0, von einigen Szenen kurz vor Schluss einmal abgesehen. Doch mit der Hereinnahme von Pedro hat Spaniens Trainer Del Bosque wohl auch seine Startelf für das Finale gefunden. Bleibt abzuwarten, ob die Holländer dagegen ein Rezept finden werden.

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...oder die Spainer?

Holland muss sich der spanischen Mittelfeld-Übermacht erwehren


Die Prognose dafür lautet: eher nicht. So sehr van Bommel das Mittelfeld organisieren kann, gegen Busquets, Xabi Alonso, Pedro, Iniesta und Xavi wird Hollands Mittelfeldstratege Probleme bekommen. Zudem wird David Villa durch seine Vielseitigkeit und Wuseligkeit sowie der permanent ausgestrahlten Torgefahr den Niederländern Kopfzerbrechen bereiten.

Die spielerischen Vorteile liegen also klar bei den Iberern. Sollte es Holland allerdings, im Gegensatz zu den Deutschen, schaffen, durch Kampf und Einsatz mehr Zugriff auf das Spiel zu bekommen, dürfte es ein WM-Finale werden, das lange unentschieden stehen wird. Doch haben unsere Nachbarn ein weiteres Problem: Torwart Stekelenburg stellt einen Schwachpunkt dar. Er erlaubte sich im Halbfinale gegen Uruguay, einen eigentlich harmlosen 25-Meter-Schuss von Diego Forlan passieren zu lassen. Del Bosque wird auch das registriert haben. Und ein paar gute Fernschützen haben die Spanier auch.






© Text: PS.de / HK | © Fotos, sofern nicht anders gekennzeichnet: PS.de

Schlagwörter: Weltmeisterschaft Spanien Holland Niederlande Fussball WM Südafrika




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Comments

Kommentar von sporty | 13.07.2010, 09:39

Eigentlich war ich ja auch davon ausgegangen, dass die Spanier das Ding überlegen gewinnen werden. Aber die Oranjes haben überraschend gut mitgehalten. Spanien hätte auch verlieren können, Robben hatte ja zweimal die Entscheidung auf dem Fuß.

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