© Stephen Davison at Pacemaker Press International

Die Isle of Man Tourist Trophy
Das härteste Motorradrennen der Welt
27.03.2010
Das bereits seit dem Jahre 1907 auf der "Isle of Man" in der Irischen See stattfindende Motorradrennen "Tourist Trophy" ist das älteste und vielleicht auch härteste Motorradrennen der Welt. Es wird alljährlich auf den öffentlichen Straßen ausgetragen, die speziell für diesen Zweck für den Normalverkehr gesperrt sind.Von der Start- und Zielstadt Douglas aus begeben sich die einzelnen Rennfahrer nacheinander und daher zeitversetzt auf eine 60,72 km lange, kurvenreiche Strecke, den so genannten "Mountain Course". Die gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt dabei über 200 km/h. Es ist nicht verwunderlich, dass es bei der rasanten Fahrt zwischen Steinwänden und an steilen Böschungen regelmäßig zu tödlichen Unfällen kommt, denn auch Auffangbereiche und Sturzräume sind kaum vorhanden. Nicht viel weniger gefährlich geht es auf dem "Mad Sunday" zu, bei dem außerhalb des eigentlichen Hauptrennens eine Teilstrecke für Privatfahrer zur Verfügung steht.
60 km Kurs am Limit
Zu den unvergessenen Helden der Tourist Trophy zählte einst Joey Dunlop, mit 26 Siegen unangefochten bislang erfolgreichster Teilnehmer des mörderischen Rennens. Leider starb er vor zehn Jahren bei einem Straßenrennen in Estland, weshalb derzeit John McGuinness mit insgesamt 15 Siegen die Hitliste anführt, nur knapp gefolgt von Mike Hailwood, der in seiner Laufbahn bereits 14 mal den Sieg einheimste und schon 1961 in der 125er- und 250er-Klasse bereits die ersten beiden Titel sicherte. John McGuinness hingegen umrundete mit seiner Honda Fireblade 1000 im Jahre 2007 den Mountain Course in 17:21,99 Minuten mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 209,78 km/h und lieferte somit den aktuellen Streckenrekord.
Der erfolgreichste deutsche Fahrer ist derzeit Siegfried Schauzu, der bislang 9-mal den Gesamtsieg bei den Gespannen errang. Als erster Ausländer überhaupt gewann Schorsch Meier im Jahre 1939 mit seiner BMW-Maschine die 500er-Trophäe. Als erste Frau in der Geschichte der Tourist Trophy gilt Inge Stoll.
Ab dem Jahr 1949 bis 1977 war die Tourist Trophy Bestandteil der Motorrad-Straßen-Weltmeisterschaft der FIM. Im Anschluss wurde die "Tourist Trophy Formula" als neue Serie ins Leben gerufen.
In der mittlerweile über hundertjährigen Geschichte des Motorradrennens gab es wohl kaum eine zweite Situation, die jener grotesken Begebenheit anlässlich der "Junior Tourist Trophy" im Jahre 1926 gleichkam. Ein junger Rennfahrer namens Erminio Visioli erschien seinerzeit mit einem für damalige Verhältnisse außergewöhnlich starken Motorrad. Das wuchtige Gefährt hatte sage und schreibe vier Vergaser und schaffte etwa 20 PS bei 4500 Umdrehungen in der Minute. Auf jeder Seite der außergewöhnlich stark lärmenden Rennmaschine befanden sich je zwei Vergaser. Diese waren so eingestellt, dass in der Regel nur zwei von ihnen gleichzeitig liefen. Die verbliebenen Zwei wurden erst dann in Betrieb genommen, wenn der Fahrer auf eine spezielle Weise den Gasgriff drehte. Zudem hatte die Maschine zwei Auslasskanäle. Der junge Rennfahrer hatte während des Rennens allerdings wenig Glück. Das Gasgestänge brach auseinander und Erminio Visioli, der bereits beim Training unverhältnismäßig oft aus der Kurve flog, musste das Rennen frühzeitig abbrechen.
Promotion-Film zum Tourist Trophy 2009
© Fotos, sofern nicht anders gekennzeichnet: PS.de
Schlagwörter: Isle of Man Motorrad Meisterschaft BMW Tourist Trophy
Comments
Kommentar von Martin | 25.01.2010, 18:20
Sehr geiles Video :-)
Irgendwie haben alle die da mitfahren einen Vollschaden oder Todessehnsucht.
Sehr geiles Video :-)
Irgendwie haben alle die da mitfahren einen Vollschaden oder Todessehnsucht.
Kommentar von Felix | 26.01.2010, 18:23
Totaler Wahnsinn das Rennen. Kann mir nicht vorstellen das so was auch in deutschland möglich wäre, oder gibt es auch Strassenrennen hier?
Totaler Wahnsinn das Rennen. Kann mir nicht vorstellen das so was auch in deutschland möglich wäre, oder gibt es auch Strassenrennen hier?
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