© Gerhard Fraßa, pixelio.de

Kultobjekt Vespa Roller
Dolche Vita auf zwei Rädern
27.01.2010
Die Vespa, ein Motorroller der Firma Piaggio aus Pontedera bei Pisa in Italien, gilt seit Jahren bereits als begehrtes Kultobjekt. Sie zählt zu den weltweit bekanntesten, aber auch zu den beliebtesten Rollertypen. Die Vespa, deren Name auf Deutsch Wespe bedeutet, zeichnet sich aus durch geringe Kosten für den Unterhalt und sie hebt sich im Design von den anderen Rollern ab. Vor allem in der Stadt ist der Flitzer sehr praktisch, da man mit einer Vespa immer einen Platz zum Parken findet.Ein Stück Italien wie Pizza und Pasta
Das erste Modell der Vespa wurde am 23. April 1946 zum Patent angemeldet. Ihr Erfinder, Corradino D'Ascanio, entwarf sie im Auftrag von Enrico Piaggio. Die Vespas der ersten Generation fuhren bis zu 60km/h bei einem Hubraum von 98cm³. Bereits im ersten Produktionsjahr gingen 2484 Exemplare der Vespa "98" mit 3,2 PS vom Band. Bereits ein Jahr später stieg die Stückzahl auf 16.500. Die 1948 folgende Vespa 125 brachte es schon bei 4,5 PS und einem 125cm³ Motor auf 75 km/h. Bis zu 100km/h schnell waren dann die 1955 auf den Markt gebrachten Vespas mit 150cm³ Hubraum. Seit 1950 wurden die Roller auch nach Deutschland exportiert und zum Teil sogar dort gebaut. 1965 fuhren bereits über 3 Millionen Vespas durch die Straßen, doch dann begann der Siegeszug der Automobile, die für die breite Masse endlich bezahlbar wurden und die Nachfrage nach den Vespas sank ab.
Auch heute noch werden Vespas produziert und verkauft. Im Gegensatz zu den Vorgängern der vor allem 50er Jahre sind sie aber längst in der Geschwindigkeit gedrosselt. Kultstatus haben vor allem die Vespas der 60er und 70er Jahre erreicht, die oft bereits für hohe Preise gehandelt werden. Heute sind die Vespas mit einem Zwei- oder Viertaktmotor ausgerüstet, mit Wasserkühlung und Variomatik und sind sogar bereits mit ABS zu haben. Außerdem wurden die Trommelbremsen gegen Scheibenbremsen ausgetauscht. Bemängelt wird etwas, dass die Ergonomie nicht mehr dem heutigen technischen Stand entspricht und auch die Umweltverträglichkeit zu wünschen übrig lässt. Dennoch gilt die Vespa heute mehr denn je als Ausdruck des italienischen Lebensstils, des Dolce Vita.
Die Nachkriegszeit spielte für die Entstehung der Vespa eine große Rolle. Es sollte ein Fahrzeug entworfen werden, das kostengünstig ist, als Transportmittel dienen könne und auch auf schadhaften Straßen keine Probleme haben würde. Da der Erfinder der Vespa vorher nie mit Zweirädern zu tun hatte, konnte er also unbeeinflusst etwas ganz Neues konstruieren, das sowohl billig und einfach zu fahren als auch mit den damals vorhandenen Materialien der Nachkriegszeit gebaut werden konnte. So entstand vor über 60 Jahren der Kultroller mit tragender Karosserie, Direktantrieb, ganz verdecktem Motor und einem besonderen, aber zeitlosen Design.
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Schlagwörter: Piaggio Vespa Roller Italien Motorrad
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