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Splashdiving-WM in Würzburg

Deutschland ist Weltmeister!




15.08.2010

Am 18. Juli 2010 war es soweit: Deutschland ist endlich wieder Weltmeister - im Splashdiving. In drei Runden konnten sich die deutschen Athleten beim Teamwettbewerb der AREA47 SPLASHDIVING- WORLD CHAMPIONSHIP 2010 im Dallenbergbad Würzburg gegen die Konkurrenz aus der Schweiz, Tschechien, Österreich, den Philippinen, den USA und Irland durchsetzen.



Trailer zur Weltmeisterschaft

Geschichte


Splashdiving, das ist zunächst einmal die allseits bekannte Arschbombe, wie sie täglich millionenfach in deutschen und internationalen Schwimmbädern praktiziert wird. Meist aufgrund fehlender Fertigkeiten, wie sie für einen komplizierteren Sprung vonnöten wären. Splashdiving ist aber noch mehr: Die gute alte Arschbombe ist als Grundform zwar noch vorhanden, aber die Technik wurde ausgefeilt und von fehlender Kunstfertigkeit der Springer kann keine Rede mehr sein.

Gegründet wurde die neue Funsportart offiziell im Oktober 2005 durch Oliver Schill, bereits seit 2003 hatten allerdings Vorläufer der heutigen Splashdiving-WM stattgefunden: 2003 der ebenfalls durch Oliver Schill ins Leben gerufene "Pecklaman Cup" in Bayreuth und ein Jahr später "ARSCHBOMBE - DIE WELTMEISTERSCHAFT", die gleichfalls in der oberfränkischen Festspielstadt stattfand und auf ein enormes Medieninteresse stieß. Die Veranstaltung wurde 2005 noch einmal unter diesem Namen wiederholt, gewann aber schon jetzt internationalen Charakter, was schließlich die Umbenennung der Sportart in "Splashdiving" zur Folge hatte. 2006 wurde schließlich die erste Weltmeisterschaft unter neuem Namen durchgeführt.

WM 2010


Und auch technisch ist die neue Sportart, wie gesagt, der Arschbombe um einiges voraus. Einfach nur Knie anziehen und rein ins Wasser - damit übersteht man bei der WM noch nicht einmal die Vorrunde. Den Teilnehmern der diesjährigen Weltmeisterschaft standen für ihren Abgang vom 10-Meter-Brett insgesamt 13 Sprünge zur Auswahl, wobei es für den Einzug ins Finale unbedingt angeraten war, diese mit Schrauben und/oder Salti zu kombinieren. Über die korrekte Ausführung der Sprünge (die Auswahl mussten die Teilnehmer schon im Vorfeld bekanntgeben) wurde durch eine Kommission aus sechs Kampfrichtern und einem Oberkampfrichter überwacht. Zeigte ein Springer nicht den vorher angekündigten Sprung oder war seine Ausführung fehlerhaft, konnte der Oberkampfrichter über Punktabzüge entscheiden, im schlimmsten Fall ging der Springer im betreffenden Durchgang ganz leer aus. Machte er dagegen alles richtig, konnten bis zu 10 Punkte pro Sprung erreicht werden.

Arschbomben-Weltrekord aus 40 Metern
Einfachster Sprung ist der sogenannte "Anker" mit einem Schwierigkeitsgrad von 2,1. Hier muss der Athlet mit den Füßen voran und mit gestrecktem Körper in leichter Rücklage ins Wasser tauchen, wobei die Arme vor der Brust zu verschränken sind. Kopfüber ins Wasser geht es dagegen bei der "Kartoffel", die man auch als um 180° gedrehte Arschbombe bezeichnen könnte. Dieser Sprung erreicht immerhin schon einen Schwierigkeitsgrad von 3,6. Das ist aber noch nichts gegen den "Open L-Vis", mit 4,5 der schwierigste Sprung bei der WM. Hierbei soll der Springer schon beim Absprung die Füße in die Hand nehmen und die Beine spreizen und ausstrecken. In dieser etwa V-förmigen Position muss er ausharren, bis sein Steiß das Wasser berührt.

Wer diese Sprünge ohne größere Fehler hinter sich brachte, hatte gute Chancen, sich einen der 12 Finalplätze zu sichern und am Sonntag in der Endrunde anzutreten. Hier hatte schließlich der 17-jährige Felix "FeelX" Hirth die Nase vorn, der sich zusammen mit seinem Partner Christian "Elvis" Guth, dem Erfinder des "Open L-Vis" auch den Titel im Synchronspringen sicherte und damit einen bedeutenden Teil zum WM-Titel in der Teamwertung beitrug. Bei den Damen hatte Jenny Netsch die Nase vorn und die Junioren-Titel, im Gegensatz zur Einzel- und Synchron-WM nur in einer Vorrunde und vom 5-Meter-Brett ermittelt, gingen an Malte Kruse und Lena Hector.

Die höchste Arschbombe der Welt


Nach dem offiziellen Wettkampf richtete sich das Interesse der Zuschauer noch einmal auf den vierfachen Einzel-Weltmeister Christian "Elvis" Guth, der sich nach dem Titel im Synchronwettkampf auch noch einen Weltrekord sichern wollte. Bekleidet mit Neoprenanzug und Schuhen erklomm er einen 40 Meter hohen Kran, um vor über 8.000 gebannt in die Höhe starrenden Zuschauern zur finalen Arschbombe anzusetzen. Wenige Sekunden später war es geschafft: die höchste Arschbombe der Welt war gesprungen, der Athlet unverletzt im Becken gelandet und die Zuschauer restlos begeistert. Olympia scheint nur noch eine Frage der Zeit!






© Text: PS.de / US | © Fotos, sofern nicht anders gekennzeichnet: PS.de

Schlagwörter: Splashdiving Arschbombe Turmsprung

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