Waldis WM-Club

Wie Waldemar Hartmann uns zur WM zu Tode langweilt




09.07.2010

Ach, waren das herrliche Zeiten. Als einst Rudi Völler als Bundestrainer bei Waldemar "Waldi" Hartmann saß, sich der negativen Berichterstattung über die deutsche Fußballnationalmannschaft erwehrte und Waldi bezichtigte, ein paar Weizen während der Arbeit zu trinken, da ging dem Zuschauer das Herz auf. Dass Waldi dieses Scharmützel einen Werbevertrag mit einem Bierhersteller einbrachte, ist zwar eine ganz andere Geschichte, doch der Zuschauer konnte sich bei Waldi und Rudi nur bedanken. Bessere Comedy hatte das deutsche Fernsehen nämlich seit vielen Jahren nicht mehr geboten. Witzig ist es schließlich meistens immer nur dann, wenn es eigentlich bierernst sein sollte.



Wenn Fremdschämen glücklich macht


Dass Waldi sich genau dieses Credo nicht auf die Fahnen geschrieben hat, ist eigentlich schade. Wöchentliche Interviews mit aufgebrachten Sportlern oder Funktionären hätten sicherlich die eine oder andere Gelegenheit garantiert, um vor Lachen vornüber zu kippen. Da Waldi aber seit geraumer Zeit versucht, zwei seiner vermeintlichen Talente (Fußball und Humor) unter einen Hut zu bringen, hat der Zuschauer gar nichts mehr zu lachen. Als Waldi gemeinsam mit Harald Schmidt zur Winterolympiade in Turin "Olympia mit Waldi und Harry" ins Leben rief, sahen nicht wenige das Potenzial für eine annehmbare Sendung.

Doch heute kümmert sich Harry wieder um seine eigenen Angelegenheiten und hinterließ die Gewissheit, dass mit Waldi keine Unterhaltungsshow zu stemmen ist. Das Problem ist nur: Niemand hat es Waldi gesagt und deshalb gibt es auch zur WM 2010 in Südafrika wie in den Jahren zuvor den mittlerweile in der TV-Landschaft etablierten "Waldis WM-Club", der am Abend nach den Spielen (vermeintlich) amüsant auf die sportlichen Ereignisse zurückblickt. Wenn Gäste wie Paul Breitner oder Django Asül dann versuchen, lustig zu sein, kann sich der Zuschauer nur mit einem Grausen abwenden und einen Antrag auf Rückerstattung der GEZGebühren ausfüllen und in den nächsten Briefkasten werfen. Denn was Breitner und Co. als geistreiches Amüsement bezeichnen, ist nichts anderes als peinliche und dazu noch überflüssige Gebührenverschwendung. Lustig ist Waldis Show immer nur dann, wenn Anarcho-Humoristen wie Harald Schmidt zu Gast sind und das Konzept der Sendung unterlaufen. Denn eine Comedy-Sendung, die nicht lustig ist, bewegt sich (unfreiwillig) am Rand zur Real-Satire, die den Zuschauer immerhin mit einem Gefühl des Fremdschämens beglückt.

Nur eine WM ohne Waldi ist eine gute WM


Immerhin taugt "Waldis WM-Club" dazu, sich über die Geschehnisse rund um die Fußballweltmeisterschaft zu informieren. Denn nach einem langen Arbeitstag bietet Waldi zumindest die eine oder andere skurrile Situation des vergangenen Fußball-Tages, die einem sonst womöglich entgangen wäre. Denn wenn ein Spieler beim Aufwärmen auf den Platz pinkelt, ein Trainer ein bisschen zu lange in der Nase popelt oder ein Torhüter sich bei einem Gewaltschuss die Hand bricht - Waldi und seine Experten werden keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, dass es in Südafrika die eine oder andere "Sensation" zu bestaunen gibt. Allen anderen, für die die WM in Südafrika das Highlight des Jahres bedeutet, sei dringend abgeraten, "Waldis WM-Club" beizuwohnen - schließlich sollte die WM Spaß machen. Denn eine WM mit Waldi und seinen Gästen wäre doch zweifellos nur halb so schön. Und wo ist eigentlich Rudi Völler, wenn man ihn braucht?





© Text: PS.de / TA | © Fotos, sofern nicht anders gekennzeichnet: PS.de

Schlagwörter: TV Weltmeisterschaft Fussball Südafrika Waldemar Hartmann




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Comments

Kommentar von Waldi heißen nur Dackel | 09.07.2010, 14:18

Das aller-, allerschlimmste wird im Artikel aber nicht erwähnt - wer zum Geier ist eigentlich dafür verantwortlich, daß da immer Matze Knop sitzt? Will den echt irgendjemand sehen? Unbezahlbar aber das gequälte Gesicht von Littbarski, wenn er den Käse über sich ergehen läßt.
Kommentar von André | 13.07.2010, 11:20

Der Weißbier-Waldi sollte das mit dem Fußball-kommentieren sein lassen und lieber, anstelle von Günther Netzer, gehen.

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