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Zukunft Bundesliga
Deutschlands Eliteklasse auf dem Weg an die Spitze
04.08.2010
Nicht erst seit Kraken-Orakel Paul wissen wir, dass so manches Lebewesen in Verbindung mit höheren Mächten steht und uns die Zukunft voraussagen kann. Dass aber ausgerechnet Bayern-Präsident Ulli Hoeneß zu diesen Wesen zählt, dürfte für die meisten eine Überraschung darstellen. Jener Ulli Hoeneß war es, der ohne Unterlass vom Untergang des Abendlandes sprach, während sich hinter ihm dunkle Wolken zum Himmel auftürmten. In diesem Fall meint der Ulli mit "Abendland" genau drei Länder: England, Spanien und Italien.Und um genauer zu sein, meint er auch nicht die Länder an sich, sondern vielmehr diePremier League, die Primera Division und die Serie A. Der Ulli hat eben genau wie Paul immer nur Fußball im Kopf.
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen
Der geneigte Bayern-Verächter könnte nun leicht auf die Idee verfallen, der Ulli ließe sich zu derartigen Äußerungen nur hinreißen, da Manchester, Barcelona und Inter Mailand immer noch ein bisschen besser sind als die Bayern. Doch weit gefehlt. Denn Orakel-Ulli kann bekanntlich in die Zukunft sehen - und die ist gar nicht so unwahrscheinlich. Vereine wie Manchester United, der FC Barcelona oder Inter Mailand haben neben ihrem Erfolg nämlich noch etwas gemein: eigentlich sind sie völlig pleite. Und das gilt gut für die Hälfte aller Vereine aus den drei stärksten Ligen der Welt.
In der Bundesliga werden hingegen in Sachen Lizenzvergabe ganz andere Töne angeschlagen. Ein Verein wie Champions League-Sieger Inter Mailand etwa würde in der Bundesliga aufgrund der Finanzlage keine Lizenz erhalten. Und sollte doch einmal ein deutscher Verein in größere finanzielle Probleme geraten wie etwa Borussia Dortmund erst kürzlich, dann wird er dazu verdonnert, seine Schulden abzubauen, anstatt fröhlich weiter mit Millionen um sich werfen zu dürfen und in der Champions League für Furore zu sorgen.
Weltstars kommen von ganz allein
Dennoch muss sich die höchste deutsche Spielklasse nicht mit zweitklassigen Spielern zufrieden geben, was nicht zuletzt die WM in Südafrika bewies, als eine DFB-Elf, die sich ausschließlich aus Bundesliga-Akteuren zusammensetzte, spielerisch für Furore sorgte. Und mit Profis wie Franck Ribéry, Raúl, Arjen Robben oder Ruud van Nistelrooy spielen bereits heute Weltstars bei deutschen Vereinen. Und geht es nach Orakel-Ulli, dann wird in Zukunft noch der eine oder andere Superstar dazu kommen.
Denn die Bundesliga lockt mit den wohl schönsten Stadien der Welt und verzeichnet Jahr für Jahr den besten Zuschauerschnitt in ganz Europa. Und dass ein zukünftiger Weltstar lieber in Dortmund, Bremen oder München vor ausverkaufter Kulisse spielen will als vor 12.000 Menschen in den maroden Stadien der Serie A, ist sicherlich kein abwegiger Gedanke. Wohl aber wird es noch eine Weile dauern, bis sich das Kräfteverhältnis endgültig in Richtung Bundesliga verschiebt. Denn solange es Vereine gibt, die bereit sind, absurde Millionenbeträge für Spieler zu bezahlen, muss sich die Bundesliga weiterhin gedulden.
Doch nicht erst seit Orakel-Ulli wissen wir, dass die Zeit kommen wird, in der es keine Vereine mehr gibt, die 100 Millionen Euro ausgeben, obwohl sie keinen Cent mehr in der Tasche haben. Und dann wird ein Ronaldo, ein Kaká oder ein Rooney eben bei Bremen, Hamburg oder Bayern spielen - das ist so sicher wie ein Krake acht Arme hat.
© Text: PS.de / TA | © Fotos, sofern nicht anders gekennzeichnet: PS.de
Schlagwörter: Fussball Bundesliga Bayern München Inter Mailand
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